Monika Gerhardus, Präsidentin der Union Deutscher Heilpraktiker, zum Studiengang Bachelor of Science in Complementary Medicine

Der Bundesverband und die Vorstandschaft der Union Deutscher Heilpraktiker ist mit über 5.500 Mitgliedern einer der beiden größten Heilpraktikerverbände in Deutschland. Er ist ein Fachverband für Naturheilverfahren und eine ständige Interessenvertretung für seine Mitglieder im Beruf und in Aus- und Weiterbildung.
Als Berufsverband naturheilkundlich Tätiger sehen wir uns auch in der Pflicht, eine starke Position für die Naturheilkunde und damit der Medizin allgemein in Deutschland und darüber hinaus in Europa aufzubauen und zu festigen.
Aktivitäten durch naturmedizinisch ausgerichtete Organisationen und Schulen, biologisch-pharmazeutische Hersteller und Therapeuten sind grundsätzlich zu begrüßen, wenn sie den Zweck haben, gemeinsam die Zukunft der Naturmedizin in Europa fair und nachhaltig zu gestalten.
Seit einigen Jahren ist in diesem Zusammenhang eine zunehmende Akademisierung einzelner Heilberufen festzustellen. Es können interessierte Menschen aus klassischen Lehrberufen wie Kranken- und Gesundheitspfleger, Physiotherapeuten usw. berufsbegleitend berufsspezifische Grund- und Aufbaustudien absolvieren.
Eine Entwicklung im Sinne der Weiterbildung von Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern ist das Angebot des Instituts für komplementäre Medizin (INCOM) an der Steinbeis Hochschule Berlin. Das INCOM ermöglicht es erstmals Heilpraktikern mit mittlerem Bildungsabschluss in sechs Semestern, berufsbegleitend, ein universitäres Grundstudium zu absolvieren, welches mit dem akademischen Grad Bachelor of Science (BSc) abschließt. Es sind verschiedene Vertiefungsrichtungen wie TCM und Klassische Homöopathie geplant.
Die Union Deutscher Heilpraktiker schätzt die Leistung der Kollegen hoch ein, die unseren Beruf zu dem gemacht haben, was er jetzt ist: ein bei Patienten wertgeschätzter Bestandteil ihrer
Gesundheit. Begabung und Können ist nicht nur auf dem akademischen Weg zu erlangen, wie die Geschichte des Heilpraktikers zeigt. Das wollen wir respektiert und beachtet sehen. Die Patienten und die
Versicherungen erkennen dies ebenso. Ungeachtet dieser Leistung ist der Heilpraktiker auch vor der neuen Situation, dass die Fortbildung auch auf dem universitären Sektor gefragt ist.
Einer freiwilligen Möglichkeit auch dieser Form der Weiterbildung können und möchten wir uns nicht verschließen. Wir setzen uns jedoch intensiv dafür ein, dass daraus keine 2-Klassen für unseren
Berufsstand entwickelt werden.
Für die Vorstandschaft
Monika Gerhardus
Präsidentin
